Gesundheitsexperten haben die Versäumnisse der Schweiz verurteilt, ihre Jugend nicht vor Nikotin zu schützen, nachdem das Land in „The Tobacco Control Scale 2025.“ mit Platz 35 von 36 rangiert hatte. Diese ernüchternde Leistung hat Warnungen vor einer bevorstehenden Welle von Jugendabhängigkeit ausgelöst, die durch günstige Vapes und Nikotinbeutel befeuert wird.
Laut Markus Meury von Addiction Switzerland (Sucht Schweiz) ist das Land aufgrund mehrerer systemischer Versäumnisse zu einem „Nikotinparadies“ geworden:
- Einfacher Zugang zu Nikotinprodukten für Minderjährige.
- Hohe Preiszahlbarkeit im Verhältnis zur Schweizer Kaufkraft: Die Nikotinsteuern bleiben seit einem Jahrzehnt unverändert.
- Fehlende Kostenübernahme durch die Krankenversicherung für Hilfen zur Raucherentwöhnung.
Die Lage wird zusätzlich durch den starken politischen Einfluss internationaler Tabakunternehmen verschärft, die ihren Hauptsitz in der Schweiz haben. Infolgedessen verfügt das Land über kein umfassendes Werbeverbot und gehört weiterhin zu den wenigen Ländern weltweit, die das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakkonsums von 2005 nicht ratifiziert haben.
Umgekehrt weist der Schweizerische Tabakverband den Bedarf an strengeren Gesetzen zurück. Präsident Gregor Rutz argumentiert, dass umfassende Verbote nur den Schwarzmarkt und die Kriminalität befeuern würden, und verteidigt damit den alternativen Regulierungsansatz der Schweiz.
Medizinische Fachkräfte widersprechen jedoch deutlich. Der Kinder- und Lungenarzt Alexander Möller bezeichnete das Ranking als „beschämend“ und hob hervor, dass Nikotin in den Gehirnen Jugendlicher eine massive Dopaminfreisetzung auslöst, was im Vergleich zu Erwachsenen zu einer schweren und raschen Abhängigkeit führt.
Um dieser zunehmenden Welle von Jugendabhängigkeit entgegenzuwirken, fordern Gesundheitsbefürworter dringend höhere Steuern, strengere Grenzen für Werbung und wirksame Präventionskampagnen, bevor die Krise sich weiter vertieft.
- Nachrichtenquelle: Die Schweiz ist ein Nikotin-Paradies – mit Folgen für die Jugend