Die Zahl der in der Schweiz gemeldeten Tabak- und Nikotinprodukte erreichte im Januar 2026 insgesamt 9.857 – eine Vervierfachung seit dem Jahr 2000. Laut einer in Frontiers in Public Health veröffentlichten Studie trieben E-Zigaretten diese Marktausweitung voran und machen inzwischen landesweit mehr als die Hälfte aller registrierten Produkte aus.
Die von Jérémy Cros, Karin Zürcher und Luc Lebon von Unisanté an der Universität Lausanne durchgeführte Studie analysierte Meldungen über die elektronische Bundesplattform Tabacinfo.ch, die im Rahmen des Bundesgesetzes über Tabakprodukte von 2024 eingerichtet wurde.
E-Zigaretten überholen herkömmliche Tabakprodukte im Schweizer Register
Die Analyse zeigte eine strukturelle Verschiebung weg von traditionellen Rauchwaren hin zu neueren Alternativen. Anfang 2026 übertraf die Zahl der E-Zigaretten allein den Umfang des gesamten Schweizer Tabaksortiments, das im Jahr 2000 erfasst worden war.
| Produktkategorie | Meldungen | Marktanteil |
|---|---|---|
| E-Zigaretten | 5.032 | 51% |
| Rauchtabak (Zigarren, Zigaretten) | 3.956 | 40% |
| Sonstige verwandte Produkte | 590 | 6% |
| Orale Nikotinprodukte | 200 | 2% |
| Tabakerhitzungsprodukte | 79 | 1% |
Zigarren waren mit 3.102 Einträgen die am häufigsten gemeldete einzelne Produktart, während die Zahl der Meldungen zu herkömmlichen Zigaretten aufgrund der Marktkonzentration bei großen Herstellern niedrig blieb.
Aromatrends und Unterschiede beim Nikotingehalt
Aromen sind das wichtigste Marketingmerkmal neuerer Produktkategorien. Die Studie identifizierte kühlende, minzige und fruchtige Geschmacksrichtungen als die vorherrschenden Beschreibungen für E-Zigaretten, Nikotinbeutel und Snus.
Die chemischen Profile unterschieden sich je nach Produktkategorie erheblich:
- E-Zigaretten: Die meisten nikotinhaltigen Liquids lagen in einem engen Bereich mit hoher Nikotinstärke von 17 bis 20 mg/ml.
- Nikotinbeutel: Die Dosierungen reichten von 1,5 mg bis 30 mg pro Beutel und waren damit auf dem Markt sehr unterschiedlich verteilt.
Forschende empfehlen strengere bundesweite Grenzwerte
Die Autorinnen und Autoren bezeichneten den regulatorischen Rahmen der Schweiz im Vergleich zu den Nachbarländern als flexibel und argumentierten, dass die geltenden Vorschriften die breite Verfügbarkeit suchterzeugender Produkte begünstigten. Das Unisanté-Team empfahl strengere Regelungen für charakteristische Aromen, die Einführung von Höchstgrenzen für die Nikotinkonzentration sowie die Abschaffung von Produktausnahmen, um den Konsum unter Jugendlichen einzudämmen.
Die Forschenden wiesen darauf hin, dass die Ergebnisse die Verfügbarkeit der Produkte abbilden und nicht die tatsächlichen Kaufmengen der Verbraucherinnen und Verbraucher oder unmittelbare Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit.