Eine neue Studie aus dem Jahr 2025 des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigt einen Anstieg des Nikotinkonsums bei Jugendlichen, angetrieben durch wiederverwendbare E-Zigaretten und illegale Nikotinbeutel – obwohl bei jungen Erwachsenen das traditionelle Rauchen zurückgeht.
- Rauchende Jugendliche auf dem Vormarsch: Die Rauchraten bei 12- bis 17-Jährigen stiegen 2025 auf 9,6% – von 6,1% im Jahr 2021.
- Vaping-Boom: Die Nutzung wiederverwendbarer E-Zigaretten hat sich bei Jugendlichen mehr als verdoppelt: 90% der Nutzer greifen zu nikotinhaltigen Liquids.
- Beliebtheit von Nikotinbeuteln: Trotz eines landesweiten Verkaufsverbots haben 5,5% der Jugendlichen und 18,9% der jungen Erwachsenen Nikotinbeutel ausprobiert.
- Gesundheitlicher Hinweis: Gesundheitsbehörden warnen, dass diese Produkte einen einfachen Einstieg in eine lebenslange chemische Abhängigkeit darstellen.
Das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat einen deutlichen Anstieg des Nikotinkonsums bei Jugendlichen bestätigt – angetrieben durch wiederverwendbare E-Zigaretten und aromatisierte Liquids. Dieser Trend, der in der BIÖG-Drogenaffinitätsstudie 2025 mit 7.001 jungen Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren hervorgehoben wird, zeigt: Während das traditionelle Rauchen bei jungen Erwachsenen abnimmt, greifen jüngere Teenager zunehmend zum Vaping und zu illegalen Nikotinbeuteln.
Die Daten zeigen eine klare Trennung der Generationen bei Nikotin. Während junge Erwachsene (18 bis 25 Jahre) sich nach und nach von traditionellen Zigaretten entfernen, erleben jüngere Teenager (12 bis 17 Jahre) eine Rückkehr zum Rauchen – begleitet von einem drastischen Anstieg der Nutzung wiederverwendbarer Vapes.
| Altersgruppe & demografische Daten | Produkttyp | Rate 2021 | Rate 2025 |
|---|---|---|---|
| 12–17 Jahre | Traditionelle Zigaretten | 6.1% | 9.6% |
| 18–25 Jahre | Traditionelle Zigaretten | 29.8% | 26.3% |
| 12–17 männlich | Wiederverwendbare E-Zigaretten | 2.9% | 6.7% |
| 12–17 weiblich | Wiederverwendbare E-Zigaretten | 1.8% | 7.8% |
| 18–25 männlich | Wiederverwendbare E-Zigaretten | 6.9% | 13.3% |
| 18–25 weiblich | Wiederverwendbare E-Zigaretten | 4.7% | 11.9% |
Auch Nikotinbeutel – kleine Beutel, die unter die Lippe gelegt werden – gewinnen an Bedeutung. Obwohl ihr Verkauf in Deutschland illegal ist, gaben 5,5% der Jugendlichen und 18,9% der jungen Erwachsenen im Jahr 2025 zu, sie ausprobiert zu haben. Das ist ein Anstieg von 4,1% bzw. 14,8% im Jahr 2023.
Prof. Dr. Hendrik Streeck, der Beauftragte der Bundesregierung für Suchtfragen und Drogen, bezeichnete diese Ergebnisse als klares Warnsignal. Nikotin schädigt das Herz-Kreislauf-System und führt zu einer schnellen Abhängigkeit. Zusätzlich zu Nikotin enthalten E-Zigaretten-Aerosole chemische Stoffe, die die Lunge und den Rachen reizen. Obwohl die Mehrheit der deutschen Jugendlichen rauchfrei bleibt, macht die steigende Beliebtheit dieser Alternativen eine langfristige Abhängigkeit wahrscheinlicher.
Eltern können die Nutzung von Nikotin bei Jugendlichen daran erkennen, dass sie nachladbare Vape-Hardware, süßlich riechende E-Liquids oder kleine, leicht zu versteckende orale Nikotinbeutel finden.
Für alle, die Hilfe suchen, bietet das BIÖG mehrere Anlaufstellen. Eltern und Jugendliche können kostenfreie Bildungsmaterialien abrufen oder dem Online-Entwöhnungsprogramm beitraten. Telefonische Beratung ist unter 0 800 8 31 31 31 erreichbar. Detaillierte Datenübersichten sind auf der BIÖG-Statistikseite verfügbar.