Eine globale Übersicht klinischer Studien hat bestätigt, dass Raucher, die nikotinhaltige E‑Zigaretten verwenden, bis zu 67% häufiger erfolgreich aufhören als diejenigen, die auf herkömmliche Nikotinpflaster oder Kaugummi setzen. Diese Evidenz stellt vorsichtige Public-Health-Leitlinien in Ländern infrage, die den Zugang zu rauchfreien Alternativen einschränken.
Die Analyse, veröffentlicht vom Cochrane-Forschungsnetzwerk, wertete Daten aus 80 kontrollierten Studien mit 29.861 Teilnehmenden aus. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Unterschied in den Erfolgsraten zwischen verschiedenen Methoden zur Raucherentwöhnung.
| Methode zur Raucherentwöhnung | Geschätzte Aufhörende (pro 100 Personen) | Erfolgsquote (%) |
|---|---|---|
| Nikotinhaltige E‑Zigaretten | 8 bis 10 | 8% – 10% |
| Nikotin-Ersatztherapie (Pflaster/Kaugummi) | 6 | 6% |
| Nikotinfreie E‑Zigaretten | 6 | 6% |
| Verhaltenstherapeutische Unterstützung / Keine Unterstützung | 5 | 5% |
Abwägung von Schadensminimierung und Sicherheitsbedenken
Befürworter im Bereich Public Health betonen, dass E‑Zigaretten zwar nicht völlig risikofrei sind, aber den Verbrennungsprozess vermeiden, der toxische Teerstoffe und krebserregende Stoffe erzeugt. „Wir haben sehr starke Evidenz dafür, dass regulierte nikotinhaltige E‑Zigaretten deutlich weniger schädlich sind als das Rauchen“, sagte Dr. Jamie Hartmann-Boyce, ein leitender Autor der Auswertung.
Dr. Delon Human, Leiter von Smoke Free Sweden, forderte politische Entscheidungsträger auf, diese Ergebnisse anzuerkennen. Er verwies auf Schwedens Strategie, rauchfreie Alternativen zugänglich und bezahlbar zu halten, wodurch die nationale Rauchrate auf 5,3% gesenkt werden konnte. Infolgedessen meldet Schweden die niedrigsten Sterberaten durch Lungenkrebs bei Männern in der Europäischen Union.
Allerdings weisen Forschende darauf hin, dass die meisten klinischen Studien die Teilnehmenden lediglich bis zu zwei Jahre lang beobachteten. Für die Einschätzung des langfristigen Sicherheitsprofils regelmäßigen Dampfens sind längere Studien erforderlich.
Uneinheitliche Public-Health-Strategien in Europa
Trotz der wachsenden Evidenz bleiben die regulatorischen Reaktionen gespalten. In Italien hat das Italienische Nationale Gesundheitsinstitut (ISS) seine Leitlinien aktualisiert und empfiehlt, von der Verwendung von E‑Zigaretten als Erstlinienbehandlung zur Raucherentwöhnung abzusehen. Das ISS äußert Bedenken, dass Raucher möglicherweise von Nikotin abhängig bleiben, statt sämtliche Substanzen vollständig aufzugeben.
Dieser vorsichtige Ansatz steht im Kontrast zu den britischen und schwedischen Modellen, die das Dampfen aktiv nutzen, um Raucher weg von zigarettenbasiertem, brennbarem Tabak zu begleiten. Während die klinische Evidenz zunehmend eindeutiger wird, stehen Public-Health-Behörden unter anhaltendem Druck zu entscheiden, ob Schadensminimierung oder totale Nikotin-Enthaltsamkeit der wirksamste Weg nach vorn ist.