Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat Pläne angekündigt, die Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern deutlich zu verschärfen, indem E-Zigaretten und Shishas als herkömmlicher Tabak eingestuft werden. Diese gesetzgeberische Initiative zielt darauf ab, das Dampfen ab sofort in allen öffentlichen Innenräumen zu verbieten und damit eine langjährige rechtliche Schlupflücke in dem strengsten Bundesland Deutschlands für Rauchregeln zu schließen.
Laut den vorgesehenen Änderungen am Bayerischen Gesundheits- und Verbraucherschutzgesetz sollen E-Zigaretten, E-Shishas und Erhitzter-Tabak-Produkte genau denselben Beschränkungen unterliegen wie herkömmliche Zigaretten.
Wenn die neuen Regelungen beschlossen werden, wird ein striktes Dampfen-Verbot in zahlreichen öffentlichen Bereichen durchgesetzt, darunter:
- Restaurants, Bars und Cafés
- Schulen und Bildungseinrichtungen
- Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen
- Sportstätten und Flughäfen
CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek betonte, Gesundheitsschutz dürfe keine Lücken haben. „E-Zigaretten und Erhitzter-Tabak-Produkte sind keine harmlosen Lifestyle-Produkte, sondern können der Einstieg in eine Nikotinsucht sein und schädliche Stoffe freisetzen – sogar für Dritte“, sagte er. Besonders bemerkenswert: Cannabis-Vaporizer werden bereits unter diesen strengen Tabakgesetzen reguliert.
Die Initiative stößt auf starke Unterstützung bei den Grünen. Andreas Hanna-Krahl, gesundheitspolitischer Sprecher, bezeichnete den Schritt als längst überfällig und verwies darauf, dass Experten immer wieder davor gewarnt haben, rechtliche Grauzonen offen zu lassen, wenn Minderjährige vor vermeintlich modernen Produkten wie Vapes geschützt werden.
Während Bayern seit August 2010 ein striktes Rauchverbot in Innenräumen durchsetzt, lief das Dampfen zuvor in einer nicht geregelten Grauzone. Nach dem neuen Vorschlag sollen Außenbereiche wie klassische Biergärten grundsätzlich weiterhin vom Verbot ausgenommen bleiben, sofern einzelne Betreiber keine strengeren privaten Regeln durchsetzen.