Das Bundesumweltministerium (BMUV) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) treiben aggressiv ein EU-weit geltendes Verbot von Einweg-E-Zigaretten voran. Nach der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die Geräte bis 2025 zu verbieten, argumentieren deutsche Behörden, dass eine einheitliche europäische Gesetzgebung der einzige Weg sei, Schlupflöcher zu schließen und die sich zuspitzende E-Abfallkrise zu stoppen.
Einweg-Vapes stehen wegen ihrer katastrophalen Umweltbilanz unter starker Beobachtung. Da weder der Akku noch das E-Liquid ersetzt werden können, werden Millionen von Geräten von Verbraucherinnen und Verbrauchern unsachgemäß entsorgt, die nicht wissen, dass sie elektronischen Abfall in Händen halten.
Wenn sie in den Restmüll oder in Recyclingbehälter geworfen werden, lösen die versteckten Lithium-Ionen-Akkus häufig gefährliche Brände in Sortieranlagen aus und schaffen so ein massives logistisches und sicherheitstechnisches Desaster für die Abfallwirtschaft.
Die deutsche Bundesregierung hat kürzlich eine Änderung des Gesetzes über elektrische und elektronische Geräte (Elektrogesetz) vorgeschlagen. Demnach müssten Händler ab Juli 2026 gebrauchte Einwegprodukte zurücknehmen. Allerdings wehren sich Umweltbefürworter vehement gegen diesen Kompromiss.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, verurteilte den Rücknahmeanstoß als „völlig unzureichend“. Da in Deutschland jährlich über 60 Millionen Einweg-Vapes konsumiert werden, argumentiert die DUH, dass ein Rückgabeprogramm im Handel für Verbraucherinnen und Verbraucher keinen echten Anreiz bietet und zudem viel zu spät kommt.
Vor einer entscheidenden Abstimmung im Bundesrat am 22. November drängt die DUH die deutschen Bundesländer, den Rücknahmekompromiss abzulehnen. Sie fordern, dass Deutschland dem Beispiel des Vereinigten Königreichs, Belgiens und Frankreichs folgt, indem ein striktes, sofortiges Verbot durchgesetzt wird, um Klima, Umwelt und die Gesundheit von Jugendlichen zu schützen.
- Mehr lesen: Bundesrat in Deutschland will Einweg-Vapes verbieten
- Nachrichtenhinweis: EU-weit Verbot von Einweg-E-Zigaretten gefordert