Die Niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit und Produktsicherheit (NVWA) steht vor erheblichen Durchsetzungsproblemen, da verbotene Candy- und Fruit-Geschmacks-Vapes weiterhin breit verfügbar sind. Dieser illegale Handel besteht trotz eines strikten Verbots, das am 1. Januar eingeführt wurde, um Jugendliche vor einer Nikotinsucht zu schützen.
Eine Untersuchung des niederländischen Nachrichtenportals NU.nl ergab, dass Journalistinnen und Journalisten illegale Vapes – darunter Mango-, Pfirsich- und Cola-Varianten – in weniger als einer Stunde problemlos aus fünf verschiedenen Souvenir- und Abendläden in Amsterdam beschaffen konnten. Ladenpersonal forderte häufig Barzahlungen, um einer Entdeckung zu entgehen, und berichtete von einem schnellen Umschlag des illegalen Bestands.
Neben stationären Verkaufsstellen ist der Schwarzmarkt inzwischen auch online gewandert. Telegram-Kanäle und ausländische Websites richten sich gezielt an niederländische Jugendliche. Emil ‚t Hart, Vorsitzender des Branchenverbands für unabhängige Anbieter von elektronischen Zigaretten, betonte, dass zwar regulierte Fachgeschäfte die Vorgaben einhalten, das Verbot jedoch lediglich unregulierte Liefernetzwerke im Direktversand befeuert hat.
Um dagegen vorzugehen, setzt die NVWA Prioritäten bei der Durchsetzung auf der Angebotsseite – mit dem Ziel, Produzenten, Importeure und Händler ins Visier zu nehmen, um illegale Produkte bereits zu stoppen, bevor sie in den Regalen landen. Hält ein Einzelhändler illegale Aromen vorrätig, drohen steigende finanzielle Strafen.
| Verstoßparameter | Bußgeldhöhe (EUR) |
|---|---|
| Strafe pro festgestellter illegaler Vape-Marke | Bis zu 4.500 € |
| Maximale kumulierte Strafe pro Händler | Bis zu 22.500 € |
In der Zwischenzeit fordern Gesundheitsbefürworter, darunter die niederländische Lungenstiftung (Longfonds), strengere Durchsetzung, höhere Verbrauchssteuern und eine einheitliche Verpackung, um das zu stoppen, was sie als anhaltende Jugend-„Vape-Epidemie“ beschreiben.