Das niederländische Gesundheitsministerium und Abgeordnete haben Pläne initiiert, spätestens ab 2025 eine nationale Verbrauchsteuer auf E-Zigaretten einzuführen. Dieser entschlossene Schritt umgeht verzögerte regulatorische Rahmenwerke der Europäischen Union und soll den starken Anstieg von Nikotinsucht bei Jugendlichen in den Niederlanden direkt adressieren.
Während der Staatssekretär für Gesundheit Maarten van Ooijen zuvor bevorzugt hatte, auf einen einheitlichen EU-Verbrauchsteuer-Rahmen zu warten, hat das langsame Tempo in Brüssel die Strategie geändert. Da EU-weit Entscheidungen mindestens bis 2025 verschoben wurden, argumentieren niederländische Behörden, dass die öffentliche Gesundheit nicht warten kann.
Die Niederlande sind mit ihrer Ungeduld nicht allein. Laut einer Studie des Institute for Global Tobacco Control an der Johns-Hopkins-Universität haben bereits zehn EU-Mitgliedsstaaten eigene Vape-Steuern eingeführt. Italien hatte die Entwicklung 2014 angestoßen, gefolgt von Ländern wie Finnland, Deutschland und Dänemark.
Zeitplan für niederländische Anti-Vaping-Maßnahmen
Die vorgeschlagene Verbrauchsteuer ist der neueste Schritt in einer umfassenden regulatorischen Roadmap, die darauf abzielt, Vaping für junge Menschen so unattraktiv und unzugänglich wie möglich zu machen.
| Umsetzungsdatum | Regulatorische Maßnahme | Hauptziel |
|---|---|---|
| Juli 2023 | Online-Verkaufsverbot | Einfacher digitaler Zugang für Minderjährige wird unterbunden. |
| 1. Januar 2024 | Verbot von E-Zigaretten-Aromen | Süße und fruchtige Aromen eliminieren, die Jugendliche ansprechen. |
| 2025 | Einschränkung für Fachgeschäfte | Vape-Verkäufe ausschließlich auf spezialisierte Tabakläden beschränken. |
| 2025 (Vorgeschlagen) | Nationale Verbrauchsteuer | Preishürden einsetzen, um den Einstieg Jugendlicher zu bremsen. |
Der Kampf für eine Generation ohne Nikotin
Gesundheitsbefürworter – darunter die renommierte Pneumologin Wanda de Kanter und der ehemalige Bürgermeister von Groningen, Jacques Wallage – fordern die kommende Regierung auf, eine „Generation ohne Nikotin.“ rechtlich verbindlich festzuschreiben. Sie argumentieren, dass formale Gesetzgebung der einzige Weg ist, um eine langfristige Kontinuität der Politik sicherzustellen und die Regierung in die Verantwortung zu nehmen.
Dieser gesetzgeberische Vorstoß passt zur Bürgerinitiative „Nicotinee“. Der Vorschlag setzt sich für ein lebenslanges Verbot des Verkaufs von Nikotin an alle ein, die am oder nach dem 1. Januar 2012 geboren wurden. Ab 2030, wenn diese Kinder 18 werden, würde sich das gesetzliche Kaufalter jedes Jahr um ein Jahr erhöhen – effektiv, um zukünftige Generationen vor Abhängigkeit zu schützen.
Steigende Raten beim Vapen von Jugendlichen lösen politischen Zeitdruck aus
Wie dringend solche Maßnahmen sind, wird durch alarmierende Daten des Trimbos-Instituts unterstrichen. Ihre Forschung zeigt, dass in den vergangenen 12 Monaten nahezu ein Drittel der niederländischen Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren geraucht hat und 20% E-Zigaretten genutzt haben. Entscheidend ist außerdem: 70% der monatlichen Vaper rauchen auch herkömmliche Zigaretten – das verdeutlicht, wie Vapes als Einstieg in den Tabakkonsum wirken.
Im Parlament hat sich Abgeordnete Anne Kuik für ein sofortiges Handeln eingesetzt und einen Haushaltsnachtrag vorgeschlagen, um die nationale Steuer schnell voranzutreiben. Zwar warnte Staatssekretär van Ooijen, dass sich gesetzliche Komplexitäten möglicherweise nicht sofort lösen lassen, doch es gibt klare politische und öffentliche Einigkeit. Eine aktuelle Umfrage zeigte, dass 57% der Leser der nationalen Tageszeitung De Telegraaf die sofortige Einführung einer nationalen Vape-Steuer unterstützen.