Am Dienstag, dem 21. Juli, hat der Ministerrat Spaniens einen Gesetzentwurf für ein neues Anti-Tabak-Gesetz verabschiedet, der das Rauchen und Dampfen in zahlreichen öffentlichen Außenbereichen verbieten wird, darunter Strände und Restaurantterrassen auf den Kanarischen Inseln. Diese Gesetzesaktualisierung markiert die erste große Überarbeitung der spanischen Rauchvorschriften seit dem Anti-Tabak-Gesetz von 2010, das das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen untersagte.
Der Gesetzentwurf hat zum Ziel, rauchfreie Umgebungen auszuweiten, Minderjährige vor einer Nicotinexposition zu schützen und einheitliche Regeln in allen spanischen Regionen festzulegen. Der verabschiedete Text ist jedoch noch kein in Kraft getretenes Gesetz: Zunächst muss er eine parlamentarische Debatte und mögliche Änderungen sowohl im Kongress der Abgeordneten als auch im Senat durchlaufen.
Der gesetzliche Zeitplan und die nächsten Schritte
Da der verabschiedete Text derzeit ein Gesetzentwurf ist, müssen Anwohner und Touristen auf den Kanarischen Inseln keine unmittelbaren Bußgelder befürchten. Das Dokument muss den üblichen Gesetzgebungsprozess durchlaufen, in dessen Verlauf politische Gruppen Änderungen vorschlagen können, bevor der endgültige Text im Staatlichen Amtsblatt (BOE) veröffentlicht wird.
Laut der Gesundheitsbehörde dauert dieser parlamentarische Prozess typischerweise mehrere Monate. Analysten gehen davon aus, dass das finale Gesetz bis Anfang 2027 in Kraft tritt und vollstreckbar sein wird. Bis das neue Gesetz offiziell wirksam wird, bleiben die aktuellen Vorschriften von 2010 in Kraft, ergänzt lediglich durch bestehende kommunale Satzungen in ausgewählten Orten auf den Kanarischen Inseln.
Neue rauchfreie Bereiche auf den Kanarischen Inseln
Das Hauptziel des Gesetzentwurfs ist es, die Liste der Außenbereiche zu erweitern, in denen das Rauchen und Dampfen verboten ist. Auf den Kanarischen Inseln wird dies den Alltag an Stränden, in den Bereichen zum Essen und rund um öffentliche Verkehrsknotenpunkte verändern.
Nationales Rauchverbot für das Strandgebiet
Nach den aktuellen Regeln entscheiden einzelne Kommunen der Kanarischen Inseln, ob das Rauchen an ihren Küstenabschnitten verboten wird. Städte wie Adeje, Santa Cruz de Tenerife, Puerto del Rosario, Yaiza und San Bartolomé de Tirajana setzen bereits lokale Strandverbote durch. Das neue Gesetz wird diese Politik vereinheitlichen und für jeden Strand im Archipel Rauchfreiheit schaffen. Diese Änderung passt sich den sich wandelnden Touristen-Erwartungen in der Region an: Besucher legen zunehmend Wert auf saubere Naturräume und Silent-Travel-Trends, die Umweltschmutz ablehnen.
Terrassen der Gastronomie und Essen im Freien
Das Verbot von Rauchen und Dampfen auf den Außen-Terrassen von Bars, Cafés und Restaurants stellt eine große Veränderung für die lokale Wirtschaft dar. Der Gastronomiesektor ist ein Motor der tourismusabhängigen Wirtschaft der Kanarischen Inseln. Der endgültige Text wird konkrete betriebliche Details festlegen, etwa verbindliche Mindestabstände von den Eingängen der Lokale, die Anwesenheit weiterer Gäste sowie die bauliche Einordnung von offenen gegenüber teilweise umschlossenen Terrassen.
Weitere eingeschränkte Außenbereiche
Der Gesetzentwurf bestimmt außerdem mehrere weitere Orte im Freien als rauchfreie Zonen:
- Öffentliche und gemeinschaftliche Schwimmbecken.
- Spielplätze für Kinder und Freizeitparks.
- Außenwartebereiche für den öffentlichen Personenverkehr, einschließlich Bushaltestellen und Fährterminals.
- Außengelände von Bildungseinrichtungen und Gesundheitseinrichtungen.
- Private Fahrzeuge, wenn Minderjährige anwesend sind.
| Öffentlicher Raum | Aktuelle Regelung (Kanarische Inseln) | Vorgesehene Gesetzentwurfsregelung |
|---|---|---|
| Strände | Geregelt durch kommunale Satzungen vor Ort | Strenges nationales Rauch- und Dampfverbot |
| Restaurantterrassen | Rauchen im Freien erlaubt | Komplettes Verbot (konkrete Abstandsregeln stehen noch aus) |
| Öffentliche Schwimmbecken & Parks | Im Allgemeinen im Freien erlaubt | Als rauchfreie Zonen eingestuft |
| Private Autos | Erlaubt | Verboten, wenn Minderjährige mitfahren |
Neue Regeln für Vapes, E-Zigaretten und den Schutz von Minderjährigen
Der Gesetzentwurf geht auf den Anstieg elektronischer Nicotin-Delivery-Systeme ein, indem E-Zigaretten, Vapes und erhitzte Tabakprodukte genauso behandelt werden wie herkömmliche Zigaretten. Sobald das Gesetz in Kraft ist, wird das Dampfen an allen gleichen Orten verboten, an denen auch das Rauchen untersagt ist, einschließlich Stränden und Terrassen.
Um die Nicotinabhängigkeit bei Jugendlichen einzudämmen, führt das neue Gesetz mehrere gezielte Maßnahmen ein:
- Verkaufssteuerung: Strengere Verifizierungsprozesse für den Online- und Mobile-App-Verkauf, um zu verhindern, dass Minderjährige Vaping-Produkte erwerben.
- Geschmacksbeschränkungen: Neue Grenzen für die Kennzeichnung von Aromen in E-Liquids, insbesondere für süße oder fruchtige Geschmacksrichtungen, die darauf ausgelegt sind, Jugendliche anzusprechen.
- Werbeverbote: Ausgedehnte Einschränkungen bei der Bewerbung, beim Sponsoring und bei der Werbung für Vaping-Geräte und zugehöriges Zubehör.
- Aktualisierungen der Verpackung: Größere und direktere Gesundheitswarnungen auf der Vape-Verpackung, ähnlich denen auf Packungen mit herkömmlichen Zigaretten.
Auswirkungen auf den Tourismussektor der Kanarischen Inseln
Mit mehr als 20.000 aktiven Betrieben der Gastronomie im Archipel laut dem Institut für Statistik der Kanarischen Inseln (ISTAC) beobachten lokale Branchenverbände den Gesetzentwurf genau. Branchenvertreter haben formell klare Leitlinien und angemessene Übergangszeiträume gefordert, damit sich Betriebe an die Terrassenauflagen anpassen können, ohne plötzlich massive finanzielle Verluste hinnehmen zu müssen.
Die lokalen Behörden planen, öffentliche Informationskampagnen zu starten, um Betriebsinhaber, Anwohner und internationale Touristen auf den Übergang vorzubereiten, bevor die Sanktionen ab 2027 durchsetzbar werden.