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EU-Überarbeitung der Tabaksteuer birgt Risiko: Illegales Vape-Marktsegment nimmt zu

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EU-Tabaksteuerreform, illegaler Vape-Handel

Während Brüssel mit der Überarbeitung der Richtlinie zur Besteuerung von Tabakerzeugnissen fortfährt, warnen europäische Zollexpert:innen, dass höhere Verbrauchsteuern auf rauchfreie Alternativen ohne strikte Grenzdurchsetzung nach hinten losgehen. Der wachsende Handel mit illegalen Nikotinprodukten in der gesamten Europäischen Union droht, sowohl die Ziele der öffentlichen Gesundheit als auch die Steuereinnahmen des Staates zu untergraben.

Die Europäische Kommission schlägt vor, gemeinsame Mindestverbrauchsteuersätze für E-Zigaretten-Liquids, erhitzten Tabak und Nikotinbeutel festzulegen, um Steuerunterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten zu verringern. Während die aktualisierte Richtlinie auf rund 15 Mrd. € jährliche Einnahmen geschätzt wird, besteht das Risiko, preissensible Verbraucher hin zu günstigeren, nicht regulierten Waren zu treiben.

Die wachsende Dimension unregelmäßiger Vape-Importe

Illegale Nikotinprodukte, die überwiegend in China hergestellt werden, machen bereits einen steigenden Anteil am europäischen Konsum aus. Diese Produkte umgehen Sicherheitsstandards, entbehren eine nachvollziehbare Lieferkette und unterbieten konforme Händler.

Aktuelle Durchsetzungsdaten verdeutlichen das Ausmaß des Problems:

  • Stark steigender Marktwert: Eine Fraunhofer-Studie schätzte den Markt für unregelmäßige E-Zigaretten in der EU auf 6,6 Mrd. € – mit einem Anstieg auf 10,8 Mrd. € bis 2030.
  • Multinationale Beschlagnahmungen: Bei einer gemeinsamen Operation unter Beteiligung des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) und der Zollbehörden in 30 Ländern wurden mehr als 94 Millionen Artikel sowie 2.500 Kilogramm bzw. Liter illegaler Tabak- und Vape-Produkte abgefangen.

Durchsetzung muss zur Steuerpolitik passen

Wenn hohe Steuern die Einzelhandelspreise legaler Waren in die Höhe treiben, nutzen kriminelle Netzwerke die Spanne aus. Der Plan der Kommission, das elektronische Überwachungssystem für steuerpflichtige Waren auch auf Rohtabak auszuweiten, ist ein erster Schritt zur Absicherung von Lieferketten, doch Expert:innen betonen, dass breitere operative Upgrades erforderlich sind.

Damit illegale Anbieter den Markt nicht dominieren, muss die EU-Politik Steueranpassungen mit konkreten Durchsetzungsmaßnahmen verknüpfen:

  1. Gezielte Kontrolle verdächtiger See- und Luftfracht-Sendungen aus den wichtigsten Produktionsstandorten.
  2. Sanktionierung nicht-konformer Online-Marktplätze sowie Direktversand-über-Kanal-Lösungen bis zum Endkunden.
  3. Stärkere Aufsicht über regionale Logistiknetzwerke, um Abzweigungen innerhalb des Binnenmarkts zu stoppen.

Während legale Hersteller die EU-Produkt- und Sicherheitsstandards erfüllen müssen, kann Besteuerung nicht isoliert funktionieren. Ohne eine parallele Verstärkung der Zollkontrollen riskieren höhere Steuersätze, illegale Lieferanten auf Kosten regulierter Unternehmen zu stärken.